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Akkordeontypen nach Diskantseite

Das Akkordeon besitzt zwei Spielhälften: rechts die Diskantseite für die rechte Hand, um beispielsweise Melodien zu spielen, links die Bassseite für die rechte Hand, mit der beispielsweise für eine Begleitung gespielt werden kann. Die Bassseite des Akkordeons weist immer eine Knopftastatur auf, egal ob es sich um ein Einzelton- oder ein Standardbassinstrument handelt. Anders sieht es auf der Diskantseite, dem Manual I (MI) auf der rechten Seite aus. Dort gibt es entweder die Knopf- oder die Pianotastatur.

Knopfakkordeon

Die Tastatur des Knopfakkordeons besteht aus runden, eng beieinanderliegenden Knöpfen. Sie bietet einen großen Tonumfang – bis zu 64 Töne sind möglich. Durch die kompakte Bauweise lassen sich große Tonsprünge und Intervalle bequem greifen.

Kleinere Knopfakkordeons sind auf der Diskant­seite meist mit vier Knopfreihen, größere mit fünf Knopfreihen bestückt. Die vierte und fünfte Reihe stellen jeweils eine Wiederholung der ersten beiden Grundreihen dar. Sie helfen, ungünstige bzw. unergonomische Fingerstellungen zu vermeiden.

Beim chromatischen Knopfakkordeon unterscheidet man zwei Griffsysteme:

  • C‑Griff: Die äußerste Grundreihe beginnt mit dem Ton C, die Halbtonschritte steigen von außen nach innen. Dieses System ist in Schweden, Frankreich, Italien, Deutschland und in der deutschsprachigen Schweiz verbreitet.
  • B‑Griff: Die innerste Grundreihe beginnt mit dem Ton C, die Halbtonschritte steigen von innen nach außen. Es ist vor allem in Russland, Norwegen, Serbien und Belgien üblich.
C-Griff-Tastatur mit 70 Tönen und 116 Knöpfen (Ansicht von vorne)
(Die Reihe 4 und 5 wiederholen die Töne der Reihe 1 und 2)
B-Griff-Tastatur mit 70 Tönen und 116 Knöpfen (Ansicht von vorne)
(Die Reihe 4 und 5 wiederholen die Töne der Reihe 1 und 2)

Darüber hinaus existieren regionale Varianten: In Polen hat sich eine Mischform etabliert, die oft als „polnisches System" bezeichnet wird: rechts B‑Griff, links C‑Griff.

In Finnland wiederum findet man eine weitere Variante des C-Griffs.

Pianoakkordeon

Die Tastatur des Pianoakkordeons ent­spricht in der Anordnung derjenigen des Klaviers, wenn auch in etwas schmalerer Ausführung. Für Pianisten eröffnet sich dadurch ein unmittelbarer Zugang: vertraute Tonfolgen und Fingersätze lassen sich leicht übertragen.

Die Grenzen des Pianoakkordeons liegen jedoch im Tonumfang, der im Vergleich zum Knopfakkordeon deutlich einge­schränkt ist – selbst große Modelle überschreiten selten 45 Tasten. Hinzu kommt die Bauweise: Die Tastatur ragt bei großen Instrumenten über das etwas höhere Gehäuse hinaus und macht das Instrument sperrig. Auch weite Tonsprünge und Intervalle sind durch die größeren Abstände schwieriger zu spielen.

Zudem sind beim Einzeltonakkordeon mit Pianotastatur zwei unterschiedliche Systeme zu erlernen, anders als beim Einzeltonakkordeon mit Knopftastatur, wo die Spiegelungen der Manuale der Spiegelbildlichkeit der Hände entspricht.

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